Stadt Pforzheim übt Großschadensereignis

Die Übungsregisseure haben sich ein Szenario ausgedacht, um alle Organisationen des Bevölkerungsschutzes in die Schadensbekämpfung einzubinden. Ausgehend von einem Brandereignis in einem metallverarbeitenden Betrieb im Industriegebiet Oberes Enztal entwickelt sich eine Situation, die es notwendig macht, die Wohnsiedlung Herrenstriet vorsorglich zu evakuieren. Die Katastrophenschutzbehörde hat alle Bewohner im Herrenstriet angeschrieben und zum Mitmachen aufgefordert. Rund zehn Prozent der rund 200 Bewohner des Herrenstriets haben sich bereit erklärt, an der Übung als evakuierte Personen zur Verfügung zu stehen. „Diese Zahlen sind durchaus realistisch“, erklärt Pforzheims Feuerwehrkommandant Volker Velten. „Aus vergangenen Evakuierungen, die tatsächlich stattgefunden haben, wissen wir, dass rund 90 Prozent der Bewohner von zu räumenden Gebieten kurzfristig bei Verwandten oder Freunden untergekommen sind. Nur rund zehn Prozent der Bewohner im Evakuierungsgebiet sind wirklich auf die behördlich organisierte Hilfe angewiesen“.

Für die evakuierten Menschen aus dem Herrenstriet bereiten die mit die Einsatzkräfte Versorgungs- und Betreuungsmaßnahmen vor. Auch der Rücktransport am Ende der Übung zurück in den Herrenstriet wird organisiert. Die evakuierten Personen werden zu ihren Erfahrungen und Erkenntnissen befragt, damit wir auf künftige erforderliche Evakuierungen noch besser vorbereitet sind, erläutert Volker Velten den Sinn dieses besonderen Übungsteils. Dass kurzfristige Evakuierungen auch für die Stadt Pforzheim realistisch sind, beweisen die Vorbereitungen einer Evakuierung nach einem vermeintlichen Bombenfund erst vor einigen Wochen.

Neben Brandbekämpfung durch die Feuerwehr und die Evakuierung werden eine Vielzahl von Verletzten zu versorgen sein. Um hier eine große Wirklichkeitsnähe zu erreichen, werden Darsteller, die die verletzten Menschen mimen, aufwändig geschminkt. Rund 50 müssen aus einem Gebäude gerettet und anschließend gesichtet werden. Dies wird auf einem Parkplatz am Brandobjekt und auf dem Messplatz stattfinden. Hier wird das Deutsche Rote Kreuz einen Behandlungsplatz aufbauen. In Zelten werden die Verletzten dabei solange versorgt, bis festgelegt ist, in welche Kliniken die Verletzten gebracht werden.

Da laut Übungsannahme die Wasserversorgung für das Brandobjekt durch Bauarbeiten nicht in vollem Umfang zur Verfügung steht, wird die Feuerwehr gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk mit großen Pumpen Löschwasser aus der Enz entnehmen. Eine einsturzgefährdete Wand am Brandobjekt wird das Technische Hilfswerk durch ihr Einsatzgerüstsystem sichern.

In einem angrenzenden Waldstück versteckte Jugendliche werden durch Hunde der Rettungshundestaffel gesucht und durch Einsatzkräfte der Bergwacht in unwegsamen Gelände gerettet. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft wird eine Person aus der Enz retten, erläutert Feuerwehrkommandant Velten das weitere Szenario.

Nach Abschluss aller Rettungsmaßnahmen werden auch die Feldköche von Feuerwehr, Rotem Kreuz, THW und Bundeswehr ihren Kocheinsatz abgeschlossen haben. Dann werden  in der Jahnhalle alle Helferinnen und Helfer zum Abschlussessen erwartet.

Die Übungsleitung bittet die Bevölkerung schon heute um Verständnis und Geduld, wenn es infolge des erhöhten Verkehrsaufkommens mit Sonderrechtsfahrzeugen der Feuerwehr, des DRK und des THW zu Verkehrsbeeinträchtigungen, insbesondere im Industriegebiet Oberes Enztal kommt. Messplatz und Turnplatz stehen am Übungstag nur eingeschränkt zum Parken zur Verfügung. Spätestens ab 15 Uhr kann auf dem Messplatz und auf dem Turnplatz wieder geparkt werden.
 

Und ich bin mit dabei, in der Leitungsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes, Abteilung S4 – Versorgung.

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